Wie hoch sind eigentlich PKV-Provisionen?

Bei Lebensversicherungen ist die Sache klar: Es gibt (maximal) 4,0 Prozent der Beitragssumme. Das ist so festgelegt und muss auch in den Antragsunterlagen transparent gemacht werden. Jeder Kunde hat jederzeit die Möglichkeit, das vor Vertragsabschluss herauszufinden, wenn er das Kleingedruckte liest. Dort muss das nämlich alles stehen.

Aber in der privaten Krankenversicherung?

Da schweigt man sich gerne aus. Je nach Qualität des Versicherungstarifs überbieten sich die Gesellschaften mit Provisionszahlungen. Das führt dazu, dass der eine oder andere Vermittler schon mal ganz gerne vergisst, dass er für das Wohl des Kunden beraten soll und nicht für die eigene Provisionsabrechnung.

Grundsätzlich ist die Kalkulationsbasis einfach: Abschlussprovisionen werden in Monatsbeiträgen („MB“) bemessen. Für die einzelnen Beitragsbestandteile gibt es unterschiedliche Provisionssätze. Während der Basisbeitrag und seine Zuschläge meist mit 7 MB verprovisioniert werden, gibt es auf den gesetzlichen Vorsorgezuschlag von 10 Prozent gar keine Provision. Und für die Pflegepflichtversicherung bezahlen die Versicherungen zwischen 1,5 und 2 MB für die Vermittlung.

Einige Versicherungsgesellschaften wie zum Beispiel die Alte Oldenburger sind dafür bekannt, dass sie eher geringere Sätze bezahlen. Andere Gesellschaften, die überwiegend mit Strukturvertrieben zusammen arbeiten, bezahlen 10 oder 12 Monatsbeiträge. Sogar von bis zu 18 MB für einzelne Tarife wird in der Branche gesprochen. Allerdings sollte man sich solche Verträge und Gesellschaften vor einem Abschluss genau anschauen, denn es muss ja einen Grund haben, dass der Anbieter mit einem so großen Vertriebsdruck an die Vermittler heran tritt. Und dieser Grund ist am Ende nicht immer zum Vorteil des Kunden.

Damit Sie ein Gefühl dafür bekommen können, wie sich das Verhältnis von monatlicher Beitragszahlung und unterschiedlichen Provisionssätzen auch auf die Tippgeber-Provision auswirkt, haben wir einen Provisionsrechner für private Krankenversicherung programmiert. Probieren Sie das doch einfach mal mit den Daten aus Ihrer eigenen Versicherung aus – Sie werden staunen!

Leider dürfen wir aus vertraglichen Gründen nicht veröffentlichen, welche Versicherungsgesellschaft wie viel Provision bezahlt. Im Zweifelsfall empfiehlt es sich, einfach mal bei der Gesellschaft anzurufen und zu fragen. Selbst, wenn sie die Antwort möglicherweise nicht geben will, ist ein solches Gespräch sicher interessant.

Die Musterdaten, die wir in der Kalkulation zu Beginn hinterlegt haben, sind übrigens aus dem echten Leben. Sie stammen von einem 29-jährigen Unternehmer, der uns in der vorletzten Woche von seinem Mitgesellschafter als Kunde vermittelt wurde.