Provisionsdeckelung? Ja, bitte!

Diese Woche beschäftigt sich der Finanzausschuss des Deutschen Bundestages mit der Deckelung von Vermittlerprovisionen in der privaten Krankenversicherung und mit der Festschreibung der Stornohaftungsfristen für Kranken- und Lebensversicherungen auf fünf Jahre. Darüber hatte die Financial Times bereits letzten Freitag etwas unkonkret berichtet. Seitdem konnte sich jeder dazu eine Meinung bilden. Und wer sich vorher genauer informieren wollte, bekam nach zwei bis drei Telefonaten in Berlin auch das aktuelle Arbeitspapier des Finanzausschusses. Diejenigen wissen dann zum Beispiel auch, dass eine Begrenzung auf acht (und nicht auf zwölf [Update: hat Das Investment inwzischen stillschweigend korrigiert]) Monatsbeiträge vorgesehen ist. Und dass am morgigen Mittwoch dazu ein nicht-öffentliches Fachgespräch mit Experten geplant ist, an dem kein einziger Vermittler teilnehmen wird.

Der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute übertitelt seine Pressemitteilung dazu mit „Vermittler wehren sich gegen gesetzliche Provisionsbegrenzungen“. Der Inhalt ist nicht viel weitsichtiger: „Der Gesetzesvorschlag unterstellt nicht nur, dass die Versicherungsvertreter unangemessen viel verdienen, er schürt auch das Misstrauen gegenüber einem ganzen Berufsstand“, lässt sich der Vorsitzende Michael H. Heinz zitieren.

Ich würde ‚mal sagen: Das Gegenteil ist wohl eher der Fall. Dadurch, dass Provisionsexzesse in der Vergangenheit möglich waren und einzelne Vertriebe 12, 14 oder gar 18 Monatsbeiträge an Abschlussprovision eingestrichen haben, sind die Verbraucher doch erst misstrauisch geworden. Wir als TIPPGEBER UG spüren das jeden Tag, wenn gut informierte Versicherungsnehmer Produkte nachfragen, über die sie sich selbst schlau gemacht haben. Und zwar, weil sie ihren „Beratern“ nicht mehr vertrauen. Die Menschen wissen, dass viele Versicherungsvermittler überwiegend anhand ihrer eigenen Provisionsinteressen beraten. Erst wenn diesen schwarzen Schafen der Branche durch die Deckelung das Handwerk gelegt wird, kann der Berufsstand wieder langsam Vertrauen zurück gewinnen.

Ich bin mir sicher: Die Vermittler-Kollegen, die heute über die geplante Deckelung jammern, werden morgen dafür dankbar sein.