Kein Aprilscherz: Stornohaftung

Der Deutsche Bundestag hat im Herbst die Vermittlung von Kapitalanlageprodukten neu geregelt und dabei auch eine für Tippgeber entscheidende Veränderung beim Abschluss von privaten Krankenversicherungen (PKV) beschlossen: Ab dem 1. April 2012 gilt auch für diese Versicherungen (wie schon bisher bei Lebensversicherungen) eine sogenannte Stornohaftung von fünf Jahren. Das bedeutet, dass der Versicherungsvermittler bei Verträgen, die innerhalb der ersten fünf Jahre vom Versicherungsnehmer gekündigt werden, entsprechend anteilig seine zu Beginn erhaltene Abschlussprovision an die Versicherungsgesellschaft zurück bezahlen muss. Er haftet also für das Storno des Vertrages mit, da man annimmt, dass Gründe für eine so frühe Kündigung in der Beratung des Vermittlers liegen.

Diese gesetzliche Maßnahme ist durchaus sinnvoll, da sie einem unschönen Gebaren einiger Kollegen ein Ende bereitet: So mancher hat in der Vergangenheit seinen Kunden häufig zum Wechsel der Versicherung geraten, um am Neuabschluss erneut Provisionen zu verdienen. Der Kundennutzen stand da nicht unbedingt im Mittelpunkt.

Für Sie als Tippgeber bedeutet die Neuregelung, dass wir Tippgeber-Provisionen für PKV-Verträge, die nach dem 31. März policiert werden, auch nicht mehr in einem großen Betrag ausschütten können. Es gilt also die selbe Regelung wie bei Lebens- oder Rentenversicherungen: Sie erhalten Ihre Vergütung in fünf jährlichen Raten. Sollte der Versicherungsnehmer kündigen, verfällt der Anspruch auf die noch nicht ausbezahlten Raten. Was Sie schon haben, dürfen Sie aber in jedem Fall behalten!

Ganz konkret: Falls Sie jemanden kennen, der sich mit dem Gedanken trägt, demnächst einen neuen Krankenversicherungsvertrag abzuschließen, sollten Sie uns hier den Tipp dazu geben – und zwar möglichst bis Mitte März. Denn die Ausfertigung, Übersendung, Unterzeichnung und Rücksendung der Antragsunterlagen dauert erfahrungsgemäß einige Tage. Außerdem hat der Versicherer oft Rückfragen im Bezug auf Vorerkrankungen.

Wichtig: Maßgeblicher Zeitpunkt für die Frage der Stornohaftung ist die Policierung durch die Versicherungsgesellschaft, nicht die Einreichung des Antrags oder der Versicherungsbeginn!